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Geisterbahn

Ursula Krechel liest aus ihrem neuen Roman

Binchen Filmtheater, 19.2.2019, 20 Uhr
Eintritt: 8,- (6,-)  Euro. Kartenvorverkauf in der Tourist-Info Eutin am Markt
Fast ein Jahrhundert umspannt der Bogen dieses Romans, mit dem Ursula Krechel fortsetzt, was sie mit "Shanghai fern von wo" und "Landgericht" begonnen hat. "Geisterbahn" erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, der Dorns. Als Sinti sind sie infolge der mörderischen Politik des NS-Regimes organisierter Willkür ausgesetzt: Sterilisation, Verschleppung, Zwangsarbeit. Am Ende des Krieges, das weitgehend bruchlos in den Anfang der Bundesrepublik übergeht, haben sie den Großteil ihrer Familie, ihre Existenzgrundlage, jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren. Wer wie überlebt hat, aus Zufall oder durch Geschick, danach fragt keiner. Die Kritker waren beeindruckt: »Dass es keine Stunde null gab, keine wundersame Verwandlung eines fanatisierten Volkes in lupenreine Demokraten, keine wirkliche Entschädigung und ernsthafte Entschuldigung, keine Gerechtigkeit – daran sollte man sich immer wieder erinnern, wenn die Geschichte der Bundesrepublik bei festlichen Anlässen zur reinen Erfolgssaga überhöht wird. Ursula Krechel leistet diese Erinnerungsarbeit in ihrer nun zur Trilogie angewachsenen Romanfolge auf eindringliche,
Moderation: Wolfgang Griep
literarisch höchst reflektierte und bewegende Weise. Und sie zeigt, dass die Vergangenheit nicht bewältigt ist, ja, noch nicht einmal vergangen«, schreibt Ulrich Rüdenauer in der »Süddeutschen Zeitung.
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